Konrad Duden
Der heute als bedeutendster Rechtschreibreformer bekannte Dr. Konrad Duden wurde nach Schleiz gerufen, um das hiesige Gymnasium RUTHENEUM zu reformieren. Dies tat er dann auch erfolgreich.
Er führte ein neues Regulativ (Stundentafel) ein, welches schließlich 1882 in Preußen für alle dortigen Gymnasien als Vorbild galt. Unnütze Fächer schaffte er ab und legte den Schwerpunkt der Erziehung auf die Naturwissenschaften. In seinen sieben erfolgreichen Jahren erhöhte sich die Schülerzahl am RUTHENEUM von 119 auf 200.

Konrad Duden gründete in Schleiz den Allgemeinen Bildungsverein zu Schleiz, welcher mit zu den Vorläufern der heutigen Volkshochschulen zu zählen ist. Des Weiteren übernahm er in Schleiz eine Tradition der Turnvereine, die "Turnfahrt", an die Schule und schuf somit den ein- bzw. mehrtätigen Schulausflug.
Dass er sich gerade hier intensiv mit der deutschen Rechtschreibung beschäftigte, lag zum einen daran, dass jeder Lehrer hier nach seiner eigenen Rechtschreibung lehrte. Außerdem liegt Schleiz im Gebiet zweier markanter Sprach- und Dialektgrenzen. Die seinerzeit aus nicht weniger als sieben Staaten kommenden Schüler sorgten am RUTHENEUM für ein Dialektgewirr, das sicher kaum an einer anderen Schule Deutschlands zu finden war.
Mit seinen Lehrerkollegen erarbeitete Konrad Duden dann die ersten Rechtschreibregeln. Sie wurden erstmals 1871 im Jahresbericht des Gymnasiums veröffentlicht. 1872 folgte dann das Buch "Zur deutschen Rechtschreibung" mit Regelwerk und Wörterverzeichnis. Letzteres ist heute als "Schleizer Duden" bekannt.

Mehr über Konrad Duden und sein umfangreiches Wirken in Schleiz erfahren Sie in der hier gezeigten Dauerausstellung.
In dieser finden Sie auch die einzige öffentlich zugängliche Sammlung der bedeutendsten DUDEN-Ausgaben.


 Bild oben: Konrad Duden um 1875


Titelblatt des Jahresberichtes 1871


Titelblatt aus dem Buch
"Zur deutschen Rechtschreibung"