Rutheneum zu Schleiz

Hier war Konrad Duden tätig.

Die Geschichte des Hauses


Schleiz hat eine lange Tradition als Schulstadt. Bereits 1374 gab es hier eine Lateinschule, welche sich vermutlich sogar an jener Stelle befand, wo heute das RUTHENEUM steht. Sie stand unter dem Patronat des Deutschen Ordens, dessen Komturei in den Gebäuden am heutigen Kirchplatz untergebracht war.

1485 hatte die Schule bereits drei Lehrer. Zunehmend kamen die Schüler aus dem Bürgertum, was der Entwicklung zur Stadtschule dienlich war. Am 25. August 1656 ließ Landesherr Heinrich IX. Reuß-Schleiz einen Conrektor anstellen und erhob die Schule in den Rang eines Lyceums. Die Bezeichnung "Gymnasium" taucht dann im frühen 19. Jahrhundert auf, als das Lyceum in eine "Gelehrtenschule" und eine "Bürgerschule" getrennt wurde.

Im 17. Jahrhundert hatten in Schleiz zumindest Prima und Sekunda eigene Klassenzimmer. Jedoch nur im Sommer. 1683 wurde verfügt: "Es soll prima und secunda Classis in eine Stube zusammengesezet und winters ein Feuer erspahret werden, dagegen dieselbe untermaches und verschlagen werden soll, so daß keiner dem andern hinderlich sey."


1735 bis 1837

Leider fiel das Schulgebäude bei dem großen Brand von 1689 den Flammen zum Opfer, was die Anstalt in ihrer Entwicklung um Jahre zurück warf. Das Haus wurde vorerst nur notdürftig repariert. 

1722 hieß es in einem Schreiben an den Landesherren, dass der Unterricht "fast mit Lebensgefahr" stattfinden musste. 

1735 konnte dann endlich das neue Gebäude eingeweiht werden. Aus dieser Zeit stammt auch noch der größte Teil der Fassade, die bis in den 2. Stock vorhandenen Gewölbe und das Portal.

Die über letzterem angebrachte Inschrift enthält ein Chronogramm. Das heißt, die vergrößerten Buchstaben sind römische Ziffern und ergeben in der Addition das Jahr der Erbauung.


um 1900

1860 war der reußische Landtag der Meinung, dass durch die Schließung des Schleizer Gymnasiums Geld eingespart werden konnte. Heftige Proteste und letztendlich der Einspruch des Fürsten Reuß j.L. verhinderten die Schließung der Schule. Es wurde eine Inspektion anberaumt, in deren Folge der Erhalt der Schule befürwortet und die Berufung des Pädagogen Dr. Konrad Duden zum Direktor erfolgte. Duden reformierte das Gymnasium und machte es zu einer angesehenen Lehranstalt. Die Schülerzahl wuchs in sechs Jahren von 119 auf 200 an.

Das Gymnasium blieb bis 1923 im RUTHENEUM. Dann zog es in das Gebäude des aufgelösten Lehrerseminars in der Hofer Straße, wo es sich heute noch befindet.

In die Räume zog damals die Berufsschule ein. Später nutzten hier auch die Volkshochschule, die Hilfsschule und zuletzt (bis Oktober 2007) das Staatliche Förderzentrum "Friedrich Fröbel" Schleiz die Räume im Erdgeschoss als Schulzimmer.

Heute befinden sich im Erdgeschoß die Museumsräume, in der1. Etage sind 2 Wohnungen eingerichtet, die 2. Etage wird z.T. noch als Lagerraum genutzt.